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Ziviler Ungehorsam - Begriff und seine Bedeutung

Bürgerlicher Ungehorsam ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern ein Werkzeug, dessen Wurzeln bis in die Antike reichen.

Mit der Form des bewussten Verstoßes gegen rechtliche Normen und einzelne Gesetze setzt der Bürger einen Akt, der auf die Beseitigung eines wahrgenommenen Unrechts abzielt. Es ist das empfundene moralische Recht auf politische Teilhabe und Gerechtigkeit. Das Widerstandsrecht ist ein Mittel, das sich in gewaltfreier Form, in einem symbolischen Verstoß gegen geltende staatliche Gesetze und Verordnungen äußert und damit auf die öffentliche Meinungsbildung abzielt.

Das Ziel zivilen Ungehorsams ist die Durchsetzung von Rechten der Bürger in der bestehenden Ordnung und zielt nicht auf die Ablösung aktueller politischer Machtsysteme, wie im §20 Abs. 4 GG, definiert und beschrieben. Hinsichtlich der Methoden und Aktionsformen bestehen mit Sicherheit Überschneidungen.

Henry David Thoreau verfasste 1848 sein Essay "Civil Disobedience". Darin betont er, dass es letztendlich das persönliche Gewissen als letzte Autorität ist, dem man folgen müsse, auch wenn damit ein Verstoß gegen das geltende Recht einhergeht (vgl. auch John Rawls und Jürgen Habermas).

JuraForum.de-Tipp: Gewaltfreier Widerstand erlangt als ziviler Ungehorsam weltweite Bekanntheit durch Mahatma Gandhi und seine Aktionen zur Durchsetzung der indischen Unabhängigkeit.

Als essenziell wird die Gewaltfreiheit betont, ohne die ein Widerstand nicht gerechtfertigt ist. Im Zuge der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung fand eine Verletzung dieses Prinzips durch die radikalen Teile (Black-Panther-Bewegung) statt. Im Gegensatz zum prominenten und die Gewaltfreiheit propagierenden Vertreter, Martin Luther King, setzten sie auf Anwendung von Gewalt, zur Durchsetzung ihrer Anliegen.

In den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts taucht in Deutschland der Begriff "Graswurzelbewegung" (Grassroots movements; Walt Whitman) auf. Er bezog sich dabei auf unterschiedliche Basisinitiativen. Heute steht sie für einen Bottom-Up-Ansatz in Politik und Gesellschaft. Es ist das Ziel Alternativen zu bestehenden gesellschaftlichen Systemen aufzubauen und zu etablieren, Systemveränderungen zu bewirken. Dabei ist der Fokus langfristig auf den Aufbau von Netzwerken gerichtet. Spektakuläre Einzelaktionen erhalten weniger Vorrang.

Formen, Methoden und Merkmale

Ziviler Ungehorsam in Deutschland (© ink drop – stock.adobe.com)
Ziviler Ungehorsam in Deutschland (© ink drop – stock.adobe.com)

Ziviler Ungehorsam ist ein "Regelverstoß", der bewusst, begrenzt gegen ein Gesetz, eine Verpflichtung, eine Maßnahme des Staates als Protest gesetzt wird. Diese Handlungen erfolgen ohne rechtliche Grundlage.

Es sind unterschiedliche Aktions- bzw. Protestformen, die in aller Regel gewaltfrei verlaufen, mit denen sich der zivile Ungehorsam "Gehör" verleiht:

  • Blockaden / Sitzblockaden
  • Streik (nicht gewerkschaftlich organisiert)
  • Aktionen, bei denen sich Menschen anketten
  • Steuerverweigerung
  • Protest-Camps
  • Wutbürgerbewegung
  • Kirchenasyl

Ziviler Ungehorsam begründet sich in moralischen oder politischen Aspekten. Die moralische Begründung ist alleine in demokratischen Staatsformen bzw. in einem Rechtsstaat realisierbar, während politisch begründeter, ziviler Ungehorsam keine Begrenzung des politischen Widerparts kennt. Im moralisch begründeten Widerstand wird das aktuell existierende Rechtssystem grundsätzlich akzeptiert, während es im anderen Fall bis zur Ablehnung geht und die Rechtmäßigkeit gegen geltende Gesetze zu verstoßen, als legitim zu bewerten ist.

Aktuelle Beispiele in Deutschland

Hambacher Forst

Ein Wald bewegt ganz Europa und steht als Symbol für zwar zivilen, aber in dem Fall nicht immer gewaltfreien Widerstand. Der Energiekonzern RWE hat vor, dieses uralte Waldgebiet zu roden, um auf dem Gebiet Braunkohle abzubauen.

Die Ereignisse um den Hambacher Forst sind ein Lehrbeispiel in dem ziviler Ungehorsam und Wirtschaftsinteressen aufeinanderprallen. Auch ein Lehrbeispiel versteckter Interessen auf beiden Seiten, von Unterwanderung durch diverse "Pressure-Groups" mit konträren Zielen und Manipulation durch gezielte Desinformation. Seit 2012 wogt der Streit um die 200 Ha Wald, die vom ursprünglichen Forst (4000 Ha) übriggeblieben sind. Seit 1984 sind 3800 Ha des Geländes durch den Braunkohleabbau gerodet worden. Um zu verhindern, dass dieser letzte Rest, der wegen seltener Bäume und Tierarten als wertvoll gilt, den Baggern zum Opfer fällt, wehren sich Aktivisten seit Jahren mit unterschiedlichen Mitteln.

Nicht immer sind die Proteste gewaltfrei. Die Polizei, die Beschäftigten von RWE, werden mit Steinen beworfen, mit Molotowcocktails, sogar Handgranaten aus dem 2. Weltkrieg sollen geflogen sein. Je nachdem wer, welche Informationen veröffentlicht, wird entweder von gefährlichen Waffenarsenalen gesprochen oder von einer Sammlung von Werkzeugen, die für den Bau von Unterständen und Baumhäusern benötigt werden.

Jedes Jahr räumen die Behörden im Herbst den Hambacher Forst, um im Frühjahr eine neuerliche "Besiedlung" mitzuerleben. Fragt man nach den Motiven der Aktivisten, so ist nicht ganz klar, was im Vordergrund steht: der Schutz des Waldes und der beheimateten Tiere oder das Ende des Braunkohleabbaus insgesamt.

Am Ende des Tages müssen Politik, Wirtschaft und Aktivisten einsehen, dass es keine Gewinner und Verlierer gibt. Die Zeit der Braunkohle ist vorbei, der Tagebau ist ohnehin nicht mehr zu retten. 2020 stehen die Bagger still und der Wald hat seine Ruhe.

Was geschehen ist, ist ein Lehrbeispiel für zivilen Widerstand und Ungehorsam, andererseits ein drastisches Beispiel dafür, wie solche Aktionen für andere Ziele missbraucht werden können.

Fridays for Future als ziviler Ungehorsam?

Wahrscheinlich war sich Greta Thurnberg aus Schweden nicht bewusst, welche Ausmaße ihr Aufruf zum "Skolstrejk för klimatet" im August 2018 einmal annehmen würde. Nach nur einem Jahr ist ihr Name als Klimaaktivistin nahezu auf der ganzen Welt bekannt und in ganz Europa versammeln sich Schüler und Jugendliche unter der Parole "Fridays für Future", um für die Durchsetzung der Klimaziele zu demonstrieren. Bereits im März 2019 nehmen 1,8 Millionen Menschen an den "FFF"-Demonstrationen in vielen Städten weltweit teil.

Dies alles passiert außerhalb jeglicher rechtlich anerkannten Organisationsform. Kein Verein, kein Vorstand, keine Satzung legitimieren das Vorgehen. Es ist das klassische Beispiel einer Graswurzelbewegung. Mittlerweile gibt es in Deutschland ca. 600 Ortsgruppen, die sich untereinander über die sozialen Medien und Messengerdienste koordinieren. Neben den Ortsgruppen sind 20 Arbeitsgruppen am Werk, die sich um die operative Umsetzung beschlossener Maßnahmen kümmern.

Die Kernaktivitäten sind dezentral organisierte Demonstrationen, die freitags, während der Schulzeit beginnen. Mit Transparenten und Plakaten, mit Sprüchen und Slogans, wird auf die empfundenen Missstände aufmerksam gemacht und die Forderung, mehr für den Klimaschutz zu tun postuliert.

Die Sozialstruktur stellt sich so dar, dass mehr als 50% der Teilnehmer zwischen 14 und 19 Jahre alt sind. Davon sind 72% Schüler und Studenten (fast ausschließlich Gymnasiasten).

FFFD (Fridays for Future Deutschland) erhält Unterstützung aus der Wissenschaft, von Künstlern, Unternehmern, Landwirten, Psychologen, Schriftstellern (Writers for Future).

Was als Verstoß gegen geltendes Recht begonnen hat (unerlaubtes Fernbleiben vom Unterricht) wird aktuell von den meisten Politikern als willkommene Initiative zum Klimaschutz hochgelobt. Diese Proteste würden hohen Respekt verdienen, so die einhellige Meinung.

Weitere Aktionen zum Klimaschutz

Am Rande des Weltklimagipfels in Bonn (2017) organisieren Klimaaktivisten einen Protest, sog. "Klimagipfel der Menschen" (Peoples Climate Summit). Die Mitglieder der Bewebung trugen weiße Malerkittel und blockieren Zulieferstrecken zu Braunkohle-Abbau Gebieten und Kraftwerken. Das war ihr Zeichen für den Klimagipfel der punktgenau im "Kohleparadies" stattgefunden hat.

Auch die im Vereinigten Königreich als Graswurzelbewegung entstandene Umweltschutz- und Protestbewegung Extinction Rebellion ist in Deutschland aktiv.

Ziviler Ungehorsam rechtlich gesehen - was ist strafbar?

Während der § 20 Abs. 4 GG es sozusagen zur Pflicht erklärt, gegen Missstände vorzugehen, die die vorherrschende staatliche Ordnung gefährden, ist ziviler Ungehorsam rechtlich gesehen vorerst mit einem tatsächlichen Verstoß gegen geltende Gesetze und Verordnungen verbunden, und zwar unabhängig vom Ziel, das es zu erreichen gilt.

Ist ziviler Ungehorsam eine Straftat?

Er ist im deutschen Recht weder eine Ordnungswidrigkeit noch eine Straftat. Die möglichen Sanktionen betreffen deshalb nicht den zivilen Widerstand, sondern die konkreten Rechtsverletzungen, die begangen wurden.

JuraForum.de-Tipp: In der juristischen Rechtfertigung ist ziviler, wenn auch gewaltfreier Widerstand eine Straftat, wenn damit geltende Gesetze verletzt werden.

Die Bereitschaft für diese Tat(en) Nachteile und Strafen hinzunehmen ist systemimmanentes Merkmal, da damit der Respekt vor den Gesetzen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Gemeinwesens bezeugt wird. Dennoch bleibt es eine bewusste (geringfügige) Verletzung der Normen und Regeln, um auf den Prozess der öffentlichen Willensbildung einzuwirken, auch wenn sie aus moralisch-ethischen Gründen als gerechtfertigt erscheint.

In einigen Fällen führen Formen gewaltfreier Aktion zu einer unverhältnismäßigen Reaktion seitens der staatlich legitimierten Gewalt (z.B. der Polizei). Eine angemessene Reaktion seitens der "Ungehorsamen" wäre zu erwarten, doch hat das Prinzip der Gewaltfreiheit Vorrang. Es ist von der konkreten Situation abhängig, wie die Rechtsprechung "Gewaltfreiheit" auslegt.

Bspw. können Sitzblockaden oder andere Blockaden den Tatbestand der Nötigung nach §240 StGB erfüllen und somit einen Verfolgungszwang (§152 StPO) begründen.

Ziviler Ungehorsam & Beamte

Der § 20 Abs.4 des Grundgesetzes gesteht allen Deutschen das Widerstandsrecht gegen Bestrebungen, die Rechtsstaat und Demokratie gefährden zu, wenn keine andere Abhilfe möglich ist.

Beamte unterliegen der Treuepflicht, das heißt ...

  • stets zur Dienstleistung bereit zu sein
  • für die Einhaltung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung einzutreten
  • Mäßigung und Zurückhaltung an den Tag zu legen, wenn sie sich politisch betätigen, um den Pflichten gerecht zu werden, die sich aus ihrem Amt ergeben
  • sich im und außer Dienst so zu verhalten, dass sie der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, so wie es ihre Stellung erfordert
JuraForum.de-Tipp: Beamte haben also alles zu unterlassen, was das Ansehen des Staates und der Behörde schaden könnte.

In einer aktuellen Entscheidung stellt der VGH Kassel fest, dass das Tragen eines Transparentes bei einer Veranstaltung, dessen Aufschrift die staatliche Flüchtlingspolitik kritisiert, noch keinen Schluss darauf zulässt, dass es an der Bereitschaft fehle, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten. Erst wenn weitere Aktivitäten dazukommen (Postings in sozialen Netzwerken, mehrfache Teilnahmen an Demonstrationen der neonazistischen Szene, öffentliche Auftritte, die zur Rechtsverletzung gegen den Staat auffordern) kann eine Gesamtbewertung ein anderes Ergebnis bringen.

In letzter Konsequenz wird die betreffende Person aus dem Beamtendienst entfernt. Es handelt sich immer um Entscheidungen, die im Einzelfall getroffen werden und die nicht verallgemeinerungsfähig sind (VGH Kassel, vom 22.10.2018, - 1 B 1549/18).

Remonstrationspflicht im Beamtenrecht

Wenn ein Beamter Bedenken an der Rechtmäßigkeit einer dienstlichen Anordnung hat, dann hat er unverzüglich im Dienstweg diesen Vorbehalt bei seinem nächsten Vorgesetzten geltend zu machen. Ein Beamter wird von der Verantwortung für seine Handlungen erst befreit, wenn er seiner Remonstrationspflicht nachgekommen ist.

Die Handlungspflicht besteht dann, wenn die Anweisung in der zweiten Instanz bestätigt wurde, es sei denn es handelt sich um erkennbar strafbares oder ordnungswidriges Verhalten, das die Menschenwürde verletzt oder sonstige Grenzen des Weisungsrechts überschreitet.

Pro & Contra

Als "Waffe" gegen Unrechtssysteme und -situationen ist ziviler Ungehorsam schon lange bekannt. Aufstand, Verweigerung und Boykott gegen die Vereinnahmung als "Stütze" solcher Systeme ist zwar im juristischen Graubereich angesiedelt, legitimiert sich in späterer Folge im Zuge politischer Auseinandersetzungen.

Nachteilig ist die Gefahr der Infiltration durch Gruppen, die die Absicht haben die bestehende Ordnung als solche zu destabilisieren, sehr oft sogar zu zivilem Ungehorsam aufrufen, um ihre staatsfeindlichen Ziele unter diesem Mantel zu verstecken.

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(Bild: Corona Borealis Studio/Shutterstock.com)

Von

  • Veronika Szentpetery-Kessler

Seit Mai dieses Jahres haben Experten und Gesundheitsbehörden eine neue Corona-Variante genauer im Blick. BA.2.75 wurde in Indien entdeckt und schien sich dort auszubreiten. Als die Variante auch in etlichen europäischen Ländern und in den USA auftauchte, wuchs die Sorge, dass sich hier die nächste, auf die aktuell dominante BA.5-Variante folgende Welle abzeichnen könnte. Diese Sorge hat sich bisher allerdings noch nicht erhärtet.

In seinem letzten Wochen-Bulletin vom 11. Juli erwähnt das Indische Sars-CoV-2 Konsortium (INSACOG) BA.2.75 zwar, beziffert seinen Anteil an den zirkulierenden Varianten aber nicht. Die Virusversion werde in jedem Bundesstaat beobachtet, bisher habe man aber keine schwereren Krankheitsverläufe und keinen Anstieg bei den Hospitalisierungen gesehen. Es dominierten weiterhin BA.2 an erster und BA.2.38 an zweiter Stelle. Seither hat das INSACOG keine weiteren Zahlen veröffentlicht, ganz aktuelle Zahlen fehlen also. Das indische Gesundheitsministerium sieht ebenfalls keine lokal hochschnellenden Fallzahlen, sondern eine recht verstreute Ausbreitung.

Die Europäische Gesundheitsbehörde ECDC und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfolgen BA.2.75 ebenfalls, bisher aber nur als "Variante von Interesse" (VOI) und – in einer neu geschaffenen Kategorie – als "beobachtete Omikron-Untervariante". Das bedeutet, dass die Behörden Belege für eine veränderte Verbreitung sehen, zum Beispiel durch eine größere Ansteckungsgefahr, durch schwerere Verläufe oder durch abnehmende Immunität der Bevölkerung. Was genau ihr Interesse geweckt hat, wurde nicht veröffentlicht.

Die BA.2.75-Variante des Sars-Cov-2-Virus ist ein Abkömmling der früheren BA.2-Version und hat acht neue Mutationen auf dem für das Binden an Zielzellen verantwortliche Spike-Protein angesammelt. Die Mutationen betreffen bis dahin unveränderte Spike-Regionen. Einige Mutationen scheinen das Virus besser an unsere Zellen binden zu lassen. Andere Veränderungen könnten bewirken, dass unsere Antikörper schlechter passen und den Erreger weniger effektiv aus dem Verkehr ziehen.

Diese Potenziale und die geografische Verbreitung löste etwa beim Molekularbiologen Ulrich Elling vom Institut für Molekulare Biotechnologie Wien Bedenken aus. Zwischen BA.2 und der aktuell weltweit dominierenden BA.5-Variante – zumindest auf dem Spike-Protein – lägen nur drei Mutationen, trotzdem entzieht sich BA.5 dem Immunsystem deutlich besser.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) konstatierte in seinem aktuellen Wochenbericht vom 28. Juli, wenn auch etwas knapp: "Das Mutationsprofil dieser Variante deutet auf ausgeprägte Immunfluchteigenschaften hin." Allerdings sei derzeit noch unklar, ob das einen Wachstumsvorteil gegenüber dem "BA.4 und BA.5-dominierten Geschehen, wie in Deutschland" bedeute. Hierzulande verzeichnete das RKI bisher gerade mal vier sequenzierte BA.2.75-Fälle, wenngleich die Dunkelziffer wie immer höher liegen dürfte. Seither wurde BA.2.75 auch in einigen europäischen Ländern in ein- bis zweistelligen Fallzahlen detektiert.

Aktuellere Zahlen aus Asien twitterte der australische Datenvisualisierungsspezialist Mike Honey, der in der internationalen Genomsequenz-Datenbank GISAID nach zwei für BA.2.75 spezifischen Mutationen gesucht hatte. Demnach betrug der BA.2.75-Anteil an den sequenzierten Proben in Indien Ende Juni 18 Prozent. Ebenfalls anhand von GISAID-Daten ermittelte Honey Ende Juli in Singapur pro Tag einen fünfprozentigen Wachstumsvorteil von BA.2.75 gegenüber allen anderen BA.2-Varianten und einen zehnprozentigen Wachstumsvorteil gegenüber BA.5 und BA.4 aus.

Inwieweit das so bleibt, muss sich noch zeigen. Es scheint insgesamt zu früh für ein abschließende Prognose zu sein, ob und wie stark sich VA.2.75 ausbreiten wird und ob sie BA.5 verdrängen kann. In Indien selbst könnten inoffizellen Zahlen des unabhängigen Datenanalysten Vijay Anand zufolge die Gesamt-Wachstumsspitze in einigen Provinzen bereits überschritten sein und die Fallzahlen vielerorts wieder abnehmen.

Mehrere Experten halten die Sorgen über eine starke Ausbreitung der BA.2.75-Variante, die von einem Twitter-Nutzer auf den einprägsamen Namen "Centaurus", also dem wilden Zentauren aus der griechischen Mythologie, getauft wurde, für unbegründet. Zum einen stiegen die Fallzahlen nur in einigen Provinzen stark an, in denen zuvor nicht BA.5, sondern BA.2 dominant gewesen war, sagte der US-Kardiologe Eric Topol vom kalifornischen Scripps Research Translational Institute, der regelmäßig neue Corona-Fachveröffentlichungen auf Twitter kuratiert.

Der auf die Ausbreitung von Infektionskrankheiten spezialisierte Bioinformatiker Tulio de Oliveira von der südafrikanischen Stellenbosch University wurde noch deutlicher: "Ich stimme nicht damit überein, dass BA.2.75 oder Centaurus besorgniserregend ist". Die Fallzahlen und vor allem die Todesfälle seien in Indien nur wenig angestiegen. Auch steige die Prävalenz, also Krankheitshäufigkeit, nicht. Zu guter Letzt gebe es bisher keine Daten, die auf eine veränderte – verschlimmerte – Pathogenität hinwiesen. Der Wissenschaftler hatte mit seinem Team als erster die Beta- und Omikron-Varianten identifiziert.

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Two people talking over coffee
 

Caiaimage / Sam Edwards / Getty Images

What Is the Social Exchange Theory?

Social exchange theory proposes that social behavior is the result of an exchange process. The purpose of this exchange is to maximize benefits and minimize costs.

According to this theory, people weigh the potential benefits and risks of their social relationships. When the risks outweigh the rewards, they will terminate or abandon the relationship.

Most relationships are made up of a certain amount of give-and-take, but this does not mean that they are always equal. Social exchange suggests that it is the valuing of the ​benefits and costs of each relationship that determine whether or not we choose to continue a social association.

This theory of social interaction has been used across a variety of fields, including sociology, psychology, and even economics.1

History

The notion of "social behavior as exchange" was first identified by American sociologist George C. Homans in 1958.2 Homans was a pioneer in behavioral sociology and held several roles of distinction in his career, including serving as president of the American Sociological Association (1963 to 1964) and chairman of Harvard's Department of Sociology (1970 to 1975).

Homans is known for being rather matter-of-fact. For example, although a sociologist himself, if asked, he would respond that "most sociological theorists are idiots."3

Other figures that contributed to the development of Homans' social exchange theory, albeit in different ways, were John Thibaut, Harold Kelley, and Peter Blau. Thibaut and Kelley were both social psychologists and Blau was a sociologist and theorist.

While Homans approached the study of social exchange by starting with groups, then working down to individuals, Thibaut and Kelley started with individuals and worked up to groups. Blau subscribed to neither of these approaches, instead, warning that the aspects of social exchange shouldn't be blinded by psychology.2

Aspects of Social Exchange Theory

To truly understand social exchange theory requires recognizing the aspects on which it is based.

Costs vs. Benefits

Social exchange theory suggests that we essentially take the benefits of a relationship and subtract the costs in order to determine how much it is worth.

  • Costs involve things that you see as negatives, such as having to put money, time, and effort into a relationship. For example, if you have a friend who always borrows money from you and does not repay it, this might be seen as a high cost.
  • Benefits are things that you get out of the relationship, such as fun, friendship, companionship, and social support. Your friend might be a bit of a freeloader, but bring a lot of fun and excitement to your life. As you are determining the value of the friendship, you might decide that the benefits outweigh the potential costs.

Positive relationships are those in which the benefits outweigh the costs. Negative relationships occur when the costs are greater than the benefits.

Expectations and Comparison Levels

Cost-benefit analysis plays a major role in the social exchange process, but so do expectations. As people weigh benefits against the costs, they do so by establishing a comparison level that is often influenced by past experiences.

For example, if your previous romantic partner showered you with displays of affection, your comparison level for your next relationship is going to be quite high when it comes to affection. If your next romantic partner tends to be more reserved and less emotional, that person might not measure up to your expectations.

If you have always had poor friendships, your comparison levels at the start of a relationship will be lower than a person who has always had supportive and caring friends.

Expectations can appear within work relationships as well. Research indicates that there is an "expectation of reciprocity" within workplace settings between management and staff.4 If an employee doesn't feel that their effort is being reciprocated from higher-ups, this can affect their work.

Impact of Social Exchange on Relationships

The idea that relationships are based on an exchange can affect how we relate with others.

The Honeymoon Phase

The length of a friendship or romance can play a role in the social exchange process. During the early weeks or months of a relationship, often referred to as the "honeymoon phase," people are more likely to ignore the social exchange balance.

Things that would normally be viewed as high cost are dismissed, ignored, or minimized, while potential benefits are often exaggerated. When this honeymoon period finally comes to an end, there will often be a gradual evaluation of the exchange balance.

At this point, downsides become more apparent and benefits start to be seen more realistically. This recalibration of the exchange balance might lead to the termination of the relationship if the balance is tipped too far toward the negative side.

Evaluating the Alternatives

Another aspect of the social exchange process involves looking at possible alternatives. After analyzing the costs and benefits and contrasting these against your comparison levels, you might start to look at other options.

The relationship might not measure up to your comparison levels, but as you survey the potential alternatives, you might determine it is still better than anything else available. As a result, you might reassess the relationship in terms of what may now be a somewhat lower comparison level.

Equity Determines Health

Since social exchange theory is based on give and take, if this back and forth exchange is not considered equitable, it can affect the health of the relationship.1 The primary giver may feel resentful while the primary receiver may be riddled with guilt.

If this type of exchange happens only once or twice, it likely won't impact the relationship. However, if it becomes a pattern, feelings of resentment and guilt can start to build, creating a point of contention between the two.

Frequently Asked Questions

  • What is social exchange theory in communication?

    The communication theory of social exchange says that people communicate with others with the expectation that their communication will be equally reciprocated.5 For example, if you reach out to someone at a networking event, you might assume that they will respond with the same desire and enthusiasm.

  • What is an example of social exchange?

    One of the most basic examples is being asked on a date. If you feel that the benefits of going on the date outweigh the costs (there are more pros than cons), you will say yes. Conversely, if the costs outweigh the benefits (more cons than pros), you'll likely say no.

  • How does altruism factor into social exchange theory?

    Typically, being altruistic means giving without expecting anything in return, which contradicts the basis of social exchange. However, research indicates that there are two types of altruism: true and reciprocal.6 While a true altruist gives solely to give, a reciprocal gives with some expectation of a return.

  • How does social exchange theory affect racism?

    Some suggest that since social exchange theory was crafted based on the White middle class, it neglects the realities of other race groups.7 This helps form the basis of systemic racism, forcing other races to deal with a system that doesn't take their cultural differences into consideration—and be judged negatively for these differences.

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25. Juli 2022 | Vanessa Finkler

Die Ladekosten für den Roadtrip mit dem Tesla Model 3 waren ein richtiges Schnäppchen
Die Ladekosten für den Roadtrip mit dem Tesla Model 3 waren ein richtiges Schnäppchen

Eine Familie aus den Vereinigten Staaten machte bereits zum zweiten Mal einen Roadtrip mit einem Tesla durch die USA. Mit dem E-Auto legten sie fast 4.500 Kilometer zurück und waren am Ende über die Ausgaben für den Strom selbst überrascht.

Mit einem gemieteten Tesla Model 3 fuhr eine Familie aus den Vereieinigten Staaten zum zweiten Mal quer durch die USA. Die rund 4.300 Kilometer lange Strecke führte durch den Nordosten der Vereinigten Staaten, wie sie im US-Elektroautoportal Cleantechnica berichten. Der Start des Roadtrips lag in Columbus, Ohio. Über Pittsburgh, Philadelphia, ging es nach New York City und schließlich nach Portland, Maine und anschließend über den Norden wieder zurück nach Columbus. Die Ausgaben für den Strom zum Laden des Teslas waren dabei unglaublich: der Trip kostete die Familie noch nicht einmal 100 US-Dollar an Ladekosten.

Gemieteter Tesla Model 3 zahlt sich aus

Zwar besitzt die Familie zu Hause selbst einen Tesla Model 3, da sie die Reise jedoch nicht von dort aus starteten, entschied sich die Familie dafür ein E-Auto für die Reise zu mieten. Das Finden eines passenden Angebotes gestaltete sich allerdings schwierig. Der Autovermieter Hertz kündigte vor Monaten an, 100.000 Teslas für die Vermietung zu kaufen. Bisher stehen diese Fahrzeuge jedoch nur in 25 Städten in den USA zur Verfügung. Die Familie fand schließlich ein Angebot auf der Peer-to-peer-Carsharing-Website Turo.

Für die Miete des Tesla Model 3 zahlten sie abzüglich eines Frühbucherrabatts 2.000 US-Dollar für 31 Tage. Das entspricht 64 US-Dollar Miete pro Tag. Im Vergleich dazu können Fahrer einen Verbrenner für den gleichen Zeitraum bereits ab 1.300 US-Dollar mieten.

Tesla im Vergleich zum Verbrenner extrem günstig

Auf ihrer Reise legte die Familie täglich im Schnitt fast 650 Kilometer zurück. Sobald der Tesla nicht in Benutzung war, wurde er aufgeladen, sogar während des Parkens in Parkhäusern. An längeren Tagen waren 2 bis 3 Stopps à 15 bis 20 Minuten notwendig. Der durchschnittliche Verbrauch des Teslas während der gesamten Reise lag bei 194 Wattstunden pro 1,6 Kilometer. Insgesamt verbrauchte der Tesla auf dem Roadtrip durch den Nordosten der USA 517 kWh. Davon lud die Familie 206 kWh an Tesla Superchargern auf. Ein Vorteil des Teslas ist, dass das Fahrzeug selbstständig berechnet, an welchem Standpunkt des Tesla Netzwerkes der Fahrer als Nächstes halten muss und wie lange dieser Stopp dauern wird. Die restlichen 311 kWh und somit rund 60 Prozent des gesamten Verbrauchs erhielt die Familie aus Standard-110-Volt-Außensteckdosen bei Freunden und Familienmitgliedern, die sie während der Reise besuchten.

In den USA ist der Preis pro kWh zuletzt von 0,24 US-Dollar auf 0,45 US-Dollar gestiegen. Die Familie zahlte für die 206 kWh an den Superchargern also rund 95 US-Dollar. In Deutschland liegen die aktuellen Preise pro kWh an den Tesla Superchargern bei etwa 58 Cent.

Der gleiche Roadtrip wäre mit einem Benziner deutlich teurer gewesen. Bei den derzeitigen Preisen in den Vereinigten Staaten hätte die Familie für dieselbe Strecke etwa 532 US-Dollar für Treibstoff ausgeben müssen.

In Europa wäre die gleiche Strecke wesentlich teurer gewesen. Legt man den Real-Stromverbrauch des Tesla Model 3 mit 20 kwh pro 100 Kilometer und deutsche Supercharger-Kosten von 0,58 Euro pro kWh zugrunde, hätte ein vergleichbarer Trip in Deutschland gut 500 Euro gekostet. Hätte man wie die sparsamen US-Roadtripper 60 Prozent des Stroms bei Freunden und Familie geschnorrt, hätte man am Supercharger allerdings nur noch rund 200 Euro für Strom zahlen müssen.

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  • Mit leerem Magen geben Menschen in der Regel mehr Geld aus, zeigen Experimente der University of Minnesota.
  • Das gilt jedoch nicht nur für Lebensmittel, sondern auch beispielsweise für Elektroartikel.
  • Die Forscher begründen das mit einer gesteigerten "kognitiven Leichtigkeit".

Mit Hunger einkaufen zu gehen, ist nie eine gute Idee - auch dann nicht, wenn es im Laden nur Elektroartikel statt Lebensmittel gibt. Knurrt nämlich der Magen, dann geben Kunden generell mehr Geld aus. Das berichten Psychologen um Alison Jing Xu von der Universität Minnesota im Fachblatt PNAS (online).

Hunger erhöhe schlicht die Bereitschaft, Dinge zu erwerben, egal ob essbar oder nicht, schreiben die Wissenschaftler. Leider steigt mit dem Hunger nicht auch die Attraktivität an, die Kunden den erworbenen Waren beimessen - sie kaufen nur mehr.

Hungrige Männer mögen mollige Frauen

Häufig beeinflussen versteckte Faktoren Entscheidungen und Einstellungen stärker, als sich das mit dem verbreiteten Selbstbild vom rationalen Menschen verträgt. Das haben Psychologen auch bei Hungergefühlen beobachtet. Wem der Magen knurrt, der bildet materialistische Neigungen aus und ist besonders scharf auf finanzielle Belohnungen. In einer Studie berichten Psychologen auch davon, dass hungrige Männer füllige Frauen attraktiver finden. Mit vollem Bauch tendierten die Männer zu etwas schlankeren Frauen.

Ob solche appetitinduzierten Vorlieben aber auch zu verändertem Verhalten führen, war bislang nicht ganz klar. In fünf Experimenten demonstrieren die Psychologen nun, dass Hungergefühle generell die Neigung erhöhen, Besitz zu erwerben. In einem ersten Versuch beobachteten Alison Jing Xu und ihre Kollegen, dass Appetit Probanden Wörter schneller erkennen lässt, die etwas mit Lebensmitteln oder mit Einkäufen zu tun haben.

Appetit steigere also die kognitive Leichtigkeit, mit der mentale Konzepte von Konsum oder Erwerb aktiviert werden, so die Forscher. In weiteren Studien zeigte sich, dass auch die Bereitschaft gestiegen war, zum Beispiel Büroklammern, USB-Sticks oder Computermäuse zu kaufen. Eine Stichprobe in einem Kaufhaus belegte das: Hungrige Kunden kauften dort mehr Waren als satte Käufer.

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Sonja Stössel

Redakteurin Nachrichten & Gesellschaft

Als „Hoffnungsschimmer in einer sich zuspitzenden Ernährungskrise“ sieht die Bundesregierung das Auslaufen des ersten Frachtschiffs in der Ukraine. Es ist voll beladen mit Mais und auf dem Weg in den Libanon. Monatelang war der Hafen blockiert worden.

Quelle: WELT / Viktoria Schulte

Die von Deutschland gelieferten Mehrfachraketenwerfer Mars II sind nach Angaben aus Kiew in der Ukraine angekommen. Das teilte der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow auf Twitter mit. Er bedanke sich „bei Deutschland und persönlich bei meiner Kollegin, Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, für die Systeme“, schrieb der 56-jährige Politiker.

Lambrecht hatte bereits in der vergangenen Woche die Lieferung der drei Raketenwerfer angekündigt. Daneben hat Deutschland an schweren Waffen bereits Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard und Artilleriesysteme des Typs Panzerhaubitze 2000 an die Ukraine übergeben.

Mars steht als Abkürzung für Mittleres Artillerieraketensystem und kann Flugkörper unterschiedlicher Wirkungsweise verschießen – etwa gelenkte Raketen mit GPS-System oder Minenausstoßraketen zum Sperren von Geländeabschnitten. Die Abschussbatterien mit einer Kampfbeladung von zwölf Raketen sind dabei auf Kettenfahrzeuge montiert, die eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Kilometer pro Stunde entwickeln können. Die Reichweite der Geschosse liegt teilweise bei mehr als 100 Kilometern.

Mars II ist neben den von den USA gelieferten Mehrfachraketenwerfern vom Typ Himars und den aus Großbritannien kommenden M270 MLRS das dritte Artilleriesystem mit hoher Reichweite, das der Westen an die Ukraine liefert. Das Land wehrt sich seit mehr als fünf Monaten gegen eine russische Invasion.

10:00 Uhr – Studie: „Russland hängt viel stärker von Europa ab als Europa von Russland“

Die Sanktionen westlicher Staaten gegen Russland haben einer Studie zufolge der Wirtschaft im Land massiv geschadet. Die Sanktionen hätten „nicht nur funktioniert“, sondern „die russische Wirtschaft auf allen Ebenen gründlich lahmgelegt“, heißt es in dem kürzlich veröffentlichten Report der Yale School of Management. Zudem seien Russlands Einnahmen durch Öl- und Gasexporte zuletzt deutlich gesunken.

Die von Wirtschaftswissenschaftlern und Management-Experten verfasste Studie stellt zudem die Annahme infrage, dass die monatlichen Einnahmen durch Öl- und Gasexporte in zweistelliger Milliardenhöhe die russische Wirtschaft über Wasser hielten. Die Energieeinnahmen seien in den vergangenen drei Monaten sogar gesunken.

Die US-Forscher sehen Russland für den Fall, dass europäische Staaten sich von russischem Erdgas unabhängig machen, vor einem „unlösbaren“ Problem, da bisher 83 Prozent der russischen Energieexporte nach Europa gingen. „Russland hängt viel stärker von Europa ab als Europa von Russland“, heißt es in dem Bericht.

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Peter Altmaier, CDU, steigt in seinen Dienstwagen (Audi). Linke und Grüne fordern die Abschaffung des „Dienstwagenprivilegs “.

Linke und Grüne fordern ein Anschlussangebot für das erfolgreiche Neun-Euro-Ticket. Eine Idee zur Finanzierung des Tickets haben sie bereits.

Der letzte Monat des Neun-Euro-Tickets ist angebrochen, immer drängender wird die Frage, was darauf folgt. Grüne und Linke haben sich für ein bundesweit günstiges Nahverkehrsticket über den August hinaus ausgesprochen. Zur Finanzierung schlagen sie die Abschaffung des Dienstwagenprivilegs vor.

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Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Finanziert werden kann ein solches ÖPNV-Ticket durch den Abbau des sogenannten Dienstwagenprivilegs.“ Firmen können die Kosten für Firmenwagen steuerlich absetzen. Für die Beschäftigten ist die Nutzung des Pkw damit fast komplett kostenlos.

Auch Linken-Parteichef Martin Schirdewan sagte am Montag, ein von seiner Partei gefordertes Ein-Euro-Ticket lasse sich durch die Abschaffung dieser Regelung finanzieren.

Dröge sagte den Funke Zeitungen, ein Abbau des Dienstwagenprivilegs „wäre im doppelten Sinne positiv für Klimaschutz und Gerechtigkeit“. Sie forderte zudem eine schnelle Entscheidung: „Wir brauchen ein bundesweites, günstiges Nahverkehrsticket.“

Neun-Euro-Ticket ist ein voller Erfolg

Die Entscheidung ist jetzt möglich und nötig.“ Die von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) in Aussicht gestellte Evaluation im November komme zu spät.

Das Neun-Euro-Ticket sei ein echter Verkaufshit und ein voller Erfolg, sagte Dröge weiter. „Wenn mehr Menschen sich dazu entscheiden, auf Bus und Bahn umzusteigen, ist das gut fürs Klima und für weniger Verkehr auf den Straßen.“ Darüber hinaus entlaste das Ticket gerade Menschen mit geringem Einkommen, die aktuell unter den hohen Preisen litten.

Linken-Chef Schirdewan lobte das Neun-Euro-Ticket als „erfolgreichste Maßnahme“ der Entlastungspakete der Ampel-Regierung. Die Linke fordere zunächst eine Verlängerung bis Jahresende, um in dieser Zeit über Anschlusslösungen nachzudenken. Ziel seiner Partei sei ein Ein-Euro-Ticket ab dem 1. Januar 2023. (AFP)

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Sprachwissenschaftler und Philologen fordern die Sender auf, von der Gendersprache abzusehen. Der Sternchensprech sei wissenschaftlicher Unsinn, widerspreche dem Neutralitätsgebot und sorge für sozialen Unfrieden.

Die Argumente sind nicht neu, auf die Stoßrichtung kommt es an: 79 Sprachwissenschaftler und Philologen und inzwischen 33 weitere Unterzeichner fordern den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einem Appell auf, seine „Genderpraxis“ zu revidieren. Die Sender sollten auf die Gendersprache verzichten und davon absehen, diese durchzusetzen.

Die „Sprachverwendung“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sei „Vorbild und Maßstab für Millionen von Zuschauern, Zuhörern und Lesern“. Daraus erwachse für die Sender „die Verpflichtung, sich in Texten und Formulierungen an geltenden Sprachnormen zu orientieren und mit dem Kulturgut Sprache regelkonform, verantwortungsbewusst und ideologiefrei umzugehen“. Mehr als drei Viertel der Medienkonsumenten bevorzugten Umfragen zufolge „den etablierten Sprachgebrauch. „Den Wunsch der Mehrheit“ sollten die Sender respektieren.